Straßenbenennung 2.0

Bürger, helft uns, wir können uns nicht entscheiden!“

DIE LINKE fordert mehr Frauennamen und mehr Bürgerbeteiligung – und bringt unkonventionelle Vorschläge ein.

Die Fraktion DIE LINKE im Stadtrat Erkrath zeigt sich unzufrieden mit den aktuellen Vorschlägen der Verwaltung zur Benennung neuer Straßen im Erkrather Stadtgebiet. Die Namensvorschläge für den Wendehammer am Gymnasium Neandertal als auch die Erschließungsstraße auf der Neanderhöhe blieben ohne Zustimmung – auch bei den anderen Fraktionen im Stadtrat. Grund? Die Linke meint: Zuviel Männerlastigkeit und zu wenig Mitspracherecht der Erkrather*innen.

„Es ist einfach nicht zu fassen, dass der Wendehammer am Gymnasium Neandertal und die Straße auf der Neanderhöhe noch immer mit Namensvorschlägen daherkamen, die nicht die Bedürfnisse der Stadtgesellschaft widerspiegeln. Wo sind die Frauennamen? Wo ist die Beteiligung der Bürger*innen?“, fragt Markus Lenk, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Stadtrat Erkrath.

Die LINKEN hatten in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Planung ihre unkonventionellen, vielleicht nicht ganz ernst gemeinten, Vorschläge eingebracht: Die Verlängerung der Bachstraße sollte „Schuldental“ heißen, und für die Neanderhöhe schlugen sie „Sündenberg“ vor. Doch wie erwartet, fanden diese Vorschläge keine Zustimmung.

„Wir haben ein bisschen mit der Fantasie gespielt – wer weiß, vielleicht erinnert uns der Name ‘Schuldental’ ja an die kritische Finanzierung von Infrastruktur – quasi eine Anklage zur unzureichenden Finanzierung der Kommunen – oder ‘Sündenberg’ wird der Treffpunkt einer Erinnerungskultur für den Umgang mit Natur und Geschichte! Aber leider war das der Mehrheit dann doch zu viel Humor“, so Lenk schmunzelnd.

Jetzt: Bürgerbeteiligung zur Namensfindung

Die Verwaltungsvorschläge und einige Vorschläge aus den anderen Fraktionen für die Straßenbezeichnungen konnten ebenfalls keine Mehrheit finden – und das, obwohl sie deutlich weniger kreativ waren. Zumindest wurde ein Antrag der Linken angenommen, die Namensfindung für die Straßen in Alt-Erkrath über die Bürgerplattform künftig partizipativer zu gestalten. „Wofür haben wir sonst eine Beteiligungsplattform? Die jetzt zu nutzen ist der richtige Schritt, um die Erkrather*innen mehr in den Prozess einzubeziehen“, so Lenk. „Der Wunsch nach mehr Einfluss auf das Stadtgeschehen wurde zumindest hier endlich gehört.“

Nicht nachvollziehbar bleibt jedoch die Ablehnung des gleichen Beteiligungsprozesses für die Neanderhöhe. „Hier konnte man sich weder auf einen Namen einigen noch auf eine vernünftige Lösung für die Beteiligung. Aber keine Sorge – wir werden weiterhin laut und kreativ bleiben!“, verspricht Lenk.

Die Fraktion DIE LINKE fordert, dass die Erkrather*innen künftig nicht nur mitbestimmen können, wie ihre Straßen heißen, sondern auch, dass dabei mehr Frauennamen berücksichtigt werden. „Lassen Sie uns gemeinsam die Straßen von Erkrath so benennen, dass sie die Vielfalt und Geschichte dieser Stadt widerspiegeln – und vielleicht auch ein bisschen mehr Humor reinbringen“, so Lenk abschließend.

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